Meteoroidenfluss

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Hintergrund

Neben der Sonne, den acht Planeten und zahlreichen Monden besteht unser Sonnensystem aus unzählbar vielen Kleinkörpern. Diese befinden sich zum Großteil im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, sowie in den äußeren Bereichen des Systems. Auch wenn unser Sonnensystem auf den ersten Blick sehr stabil erscheint, ist das System auf astronomischen Zeitskalen gesehen dynamisch. Insbesondere Kleinkörper können ihre Umlaufbahnen stark ändern und unter anderem auf Kollisionskurs mit der Erde gelangen. Handelt es sich dabei nur um Staub bis hin zu zentimetergroßen Meteoriden, können wir deren Eintreten in die Erdatmosphäre als unbedenkliche Meteore (Sternschnuppen) beobachten, wo sie verglühen. Die Meteore größerer Objekte werden als Feuerkugeln bezeichnet und können sogar am helllichten Tag beobachtet werden. Ab einer Größenordnung von zehn Metern können durch Druckwellen ernste Schäden an Mensch und Besitztümer entstehen, was schließlich bei kilometergroßen Asteroiden oder Kometen in eine globale Zerstörung gipfelt. Glücklicherweise gibt es weniger "große" Kleinkörper als "kleine" Kleinkörper, weshalb ein Einschlag eines sogenannten Globalen Killers sehr unwahrscheinlich ist, Sternschnuppen hingegen nächtlich beobachtet werden können.

Wie viele Kleinkörper und wie deren Größen- und Orbitverteilung ist, wird schon seit längerem in der Wissenschaft erforscht, jedoch hat sich die Beantwortung dieser Frage als nicht leicht herausgestellt. "Größere" Objekte können mithilfe von Teleskopen im All gefunden werden, während "kleinere" Objekte durch deren große Anzahl häufig mit der Erde zusammenstoßen, wo diese mit Kameras als Meteore beobachtet werden. Dazwischen gib es eine Lücke von Objekten welche zu klein für Teleskope sind und gleichzeitig nur selten mit der Erde kollidieren. Diese Lücke soll mit diesem Projekt geschlossen werden.

Zielsetzung

Im Rahmen dieses Projektes erforschen wir die Anzahl, die Größenverteilung, den Fluss und die Ursprünge von Dezimeter bishin zu Meter großen, mit der Erde kollidierenden Meteoroiden. Übergeordnet soll diese Forschung die aktuell noch bestehende Wissenslücke zwischen der Verteilung von interplanetarem Staub und Asteroiden schließen.

Wir beteiligen uns hierzu an Himmelsbeobachtungen zur Datengenerierung und der Datenauswertung von Feuerkugelnetzwerken.

Kameras

Wir betreiben seit September 2021 zwei komplementäre Meteorkameras, um aktiv an der Beobachtung von Feuerkugeln teilzunehmen. Hierbei handelt es sich um Kameras, welche jeweils in größere Netzwerke eingegliedert sind.

AllSky7 Netzwerk: Das AllSky7 Fireball Network wird von Amateurastronomen betrieben und hat sich ursprünglich von den USA aus nach Europa verbreitet, wo es sich aktuell sehr stark vergrößert. Neben den Kerngebieten Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Ungarn befinden sich noch weitere Kameras in Europa. Auch in anderen Teilen der Welt werden mehr und mehr solcher Kameras aufgestellt. Wir betreiben die Station mit dem Namen "AMS80".

FRIPON Netzwerk: Das Fireball Recovery and InterPlanetary Observation Network hat seinen Ursprung in Frankreich mit weiteren Kerngebieten in Italien und Rumänien. Das Netzwerk wird professionell von französischen Universitäten geleitet, wobei der Teilbereich FRIPON-Germany von der Universität Oldenburg koordiniert wird.

Veröffentlichungen