PROJEKTPARTNER DES GYMNASIUMS DORFEN

Schüler des Gymnasiums Dorfen zeigen großes Interesse an der Arbeit von Ingenieurgeodäten im Gotthard-Basistunnel und wählten für ein Projekt-Seminar (P-Seminar) mit dem Titel "Absteckung eines Alpentunnels" den Lehrstuhl für Geodäsie als Partner. Auch für den Brenner-Basistunnel werden wieder leidenschaftlich arbeitende Ingenieure benötigt, vielleicht entscheidet sich ja ein Schüler des Seminars für ein Studium der Geodäsie und Geoinformation an der Technischen Universität München und trägt dann beim nächsten großen Alpentunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste zum erfolgreichen Gelingen bei? Der Lehrstuhl für Geodäsie würde sich freuen!

Der neue Gotthard-Basistunnel steht derzeit für die absolute Superlative im Tunnelbau. Der mit 57 Kilometern längste Eisenbahntunnel der Welt stellt ein Jahrhundertprojekt des modernen Ingenieurbaus dar. Für die notwendige Präzision der Tunnelbauarbeiten ist die Ingenieurgeodäsie zuständig. Sie sorgt dafür, dass sich gegenläufige Vortriebe nach Kilometern zentimetergenau treffen. Am 15. Oktober 2010 kam es zum Hauptdurchschlag am Gotthard: 30 Kilometer vom Südportal und 27 Kilometer vom Nordportal entfernt wurden die letzten Meter Fels von einer Tunnelbohrmaschine zentimetergenau ausgebrochen. Auch der Lehrstuhl für Geodäsie der Technischen Universität München leistete seinen Beitrag zum gelungenen Hauptdurchschlag im Gotthard-Basistunnel durch ein innovatives Konzept zur Richtungsübertragung im 800 m tiefen Schacht von Sedrun. Ein Erfolg für alle Beteiligten und ein Grund zum Jubel für die Mineure.

Die Schüler des Gymnasiums Dorfen wollen die Arbeit der Ingenieurgeodäten im Rahmen des Gotthard-Basistunnels nun genauer untersuchen. Neben der fachlichen Koordination am Lehrstuhl für Geodäsie werden die Gymnasiasten von Ihrem Lehrer Herrn Wolfram Wildner betreut. Die in den neuen Lehrplänen der bayerischen Gymnasien befindlichen Projekt-Seminare dienen der Studien- und Berufsorientierung für Schüler der neu gegliederten Oberstufe.

Nachdem in Rücksprache mit dem Lehrstuhl einzelne Themen der Tunnelvermessung im Juni 2010 definiert wurden arbeiten 13 Schüler derzeit in Gruppenarbeit selbstständig folgende Fragestellungen heraus:

  • Wie lässt sich die Notwendigkeit von Basistunneln beschreiben?
  • Welche ingenieurgeodätischen Arbeiten sind nötig um einen Tunnel im Ausmaß des Gotthard-Basistunnels zu realisieren?
  • Wie kann die richtige Richtung ständig für den Bau des Tunnels bereitgestellt werden?
  • Wie lässt sich eine Tunnelbohrmaschine mit einem Gewicht von 2700 t zentimetergenau auf Kurs halten?
  • Welche Probleme gilt es zu lösen um in einem 800m tiefen Schacht die Richtung für den Tunnelvortrieb am Schachtfuß zu übertragen?

Ansprechpartner:

Univ. Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas A. Wunderlich
Dipl.-Ing. Johannes Ohlmann-Lauber

(Bildquellen: AlpTransit, 2010)